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Berichte:

Reisebericht Kenia 2011

Reisebericht Indien 2011

Reisebericht Kenia und Äthiopien 2010

Filme über die Mary's

 


Filme bei You Tube über die Helpers of Mary

Dadra Film:
http://www.youtube.com/watch?v=SkkTlKWGpK4

Sr. Leela:
http://www.youtube.com/watch?v=fcqpO4Pr-Ik

Reisebericht Kenia 2011

Im August 2011 besuchte unsere Gruppe (Barbara, Inge, Adnen, Bernd; Vera ist schon seit Tagen in Addis) die Schwestern in Kenia. Unsere Reise führte uns in Verbindung mit Besuchen in Addis Abeba und Arramo in Äthiopien nach Nakuru.

Eigentlich war diese Reise nach Kenia gar nicht für 2011 geplant, aber die Ereignisse, die sich über Ostern in Nakuru zugetragen hatten, weckten in uns das Bedürfnis, den Schwestern nach schrecklichen  und bedrohlichen Erlebnissen  Beistand zu geben.


Schwester Alphonsa, Schwester Benny, Schwester Ujwala

 

 

 

 

 

Zu den Geschehnissen:
Am Ostermontag 2011 wurden Schwester Alphonsa, Benny und Ujwala Opfer eines Raubüberfalles. Gegen Mitternacht drangen mehrere Einbrecher in die Station in Nakuru ein und raubten die Schwestern unter Gewaltanwendung aus. Die Herausgabe von Laptop, Fotokamera, Uhren, Mobiltelefonen  und einer kleinen Geldreserve verhinderte das Schlimmste. Die Schwestern bangten um Leib und Leben, die Angst vor Vergewaltigung war groß.
Kenia ist ein Land in dem eine hohe Kriminalitätsrate besteht. Bewaffnete Raubüberfälle sind keine Seltenheit. Schon mehrfach sind Ordensfrauen und Priester in den letzten Jahren Opfer derartiger Überfälle geworden. Einige verloren dabei ihr Leben. Behördliche und polizeiliche Ermittlungen verlaufen regelmäßig im Sande, Schutz und Prävention gestalten sich „bescheiden“.
Die Schwestern sind durch diese Erlebnisse stark traumatisiert, jeden Abend kommt die Angst hoch, jedes noch so kleine ungewöhnliche Geräusch lässt sie hochschrecken. Die Nächte sind ein Grauen.
Aufgrund dieser schrecklichen Berichte versprachen wir unseren Schwestern sie im Sommer zu besuchen. Beistand und Anteilnahme wollten und konnten wir ihnen zu Teil  werden lassen, das erscheint nicht  als sehr viel, erwies sich jedoch als ungemein wichtig.
Es ist keine Übertreibung zu beschreiben, dass den Schwestern bei den Schilderungen des Erlebten die Stimmen dünn wurden. Alles kam in ihnen wieder hoch. Alles war sofort wieder so unmittelbar gegenwärtig. Uns zitterten als Zuhörer die Knie. Ja, die Gespräche taten ihnen gut, aber zur Verarbeitung bedarf es noch eines weiten Weges.
Seitens der Bartholomäusgesellschaft war bereits unverzüglich, nachdem die Informationen über den Überfall eingingen, erste finanzielle Hilfe zur Verbesserung der persönlichen Sicherheit, sowie der Sicherheit der Station in Nakuru geleistet worden.
Es bedarf somit nicht der besonderen Erwähnung, dass wir auf`s herzlichste bei unserem zweiten Besuch in Kenia empfangen wurden. Wir hatten sofort das Gefühl eine Familie und zu Hause zu sein. Die Sicherheitsvorkehrungen in Nakuru waren schon sichtlich verbessert worden. Tore, Fenster und Türen wurden mit zusätzlichen Gitterkonstruktionen versehen und ein Watchman ist zum Schutz  eingestellt worden. Bewaffnet mit giftpräparierten Pfeilen und Bogen (Schusswaffenlizenzen sind in Kenia nicht bezahlbar) hält ein Mann von 190 cm Körpergröße in der Nacht lautlos und mit höchster Aufmerksamkeit Wache.

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  • Watchman

    Die Fortschritte in Nakuru beschränken sich aber nicht nur auf die Sicherheitsmaßnahmen. Viel eindrucksvoller sind die Fortschritte, die die Schwestern unter Leitung der neuen Oberin Sr. Alphonsa (bis dahin Oberin in Addis Abeba) im zurückliegenden Jahr geleistet haben.
    Die ambulante Krankenstation ist fertig gestellt und macht einen hervorragenden Eindruck. Noch ist die Ausstattung nicht komplett. So fehlt es z.B. an einem Autoklaven (Sterilisationsgerät), aber die Arbeit in der Klinik konnte aufgenommen werden und Sr. Benny strahlt über das ganze Gesicht und ist über ihren Erfolg überglücklich, zumal die Krankenstation von der Bevölkerung gut angenommen wird, was durch die steigenden Patientenzahlen zum Ausdruck kommt.

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  • Krankenstation

    Die Sozialarbeit und Organisation von Frauengruppen macht große Fortschritte. Sr. Udjwala ist es zu verdanken, dass ein intensiver Kontakt zur Bevölkerung aufgebaut wurde. Es ist offensichtlich, dass unter ihrer Leitung eine Gemeinschaft entstanden ist und sie ein anerkannter wie hochgeschätzter Teil dieser Gemeinschaft ist. Es ist eine Freude zu sehen, wie ihre Leidenschaft Früchte trägt.

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  • Treffen der Frauengruppe
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  • Schwester Ujwala

    Schwester Ujwala hat das erste Sparkonto  der Frauen für Mikrokredite eröffnet. Die Frauen sind glücklich über ihre neu erworbene Selbstständigkeit.

    Das Kinderheim, das Waisenhaus und die Schule werden von Sr. Alphonsa in beeindruckender und liebevoller Weise  geleitet. Auch hier gibt es eindrucksvolle Fortschritte. Zur Zeit werden ca. 50 Kinder und Jugendliche betreut, ihnen ein Zuhause und familiäre Wärme gegeben. Sr. Alphonsa ist zu ihnen wie eine Mutter. Die älteren Kinder kümmern sich um die Jüngeren, die teilweise als Findelkinder im Säuglingsalter den Marys anheim gegeben worden sind. Dieses ist so ungemein beeindruckend und lässt das Charisma der Marys und ihr Handeln in Mutter Anna Huberta ganz unmittelbar erkennen und immer wieder aufs Neue bewundern.

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  • Das Waisenhaus
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  • Die Geschichte eines Findelkindes, die wir bei unserem Besuch hautnah erleben durften macht dieses ganz besonders deutlich:
    Wir sind mit den Schwestern in Nakuru unterwegs, als Sr. Alphonsa ein Telefonanruf erreicht. Ein Kleinkind im Alter von ca. 9 - 12 Monaten, von der Mutter vermutlich ausgesetzt, ist von einem älteren Mann aufgefunden worden. Die Behörden sind bereits informiert. Wir fahren los, die Schwestern wollen sich um das Kind kümmern. Als wir den Ort erreichen, erleben wir ein erbärmliches und erschreckendes Bild. Auf einem Haufen Müll sitzt ein kleiner Junge, mutterseelenallein, apathisch, verdreckt. Sr. Alphonsa nimmt den Kleinen auf den Arm, er beginnt zu weinen und zu schreien. Nach ein paar Minuten gelingt es Sr. Alphonsa das Zutrauen des verängstigten Kleinen zu gewinnen. Er wird ganz ruhig.  Irgendwie riecht etwas höchst unangenehm; nach Urin, nein besser gesagt es stinkt. Die „Kleidung“ des kleinen Stinkers ist klitschnass, vollgesogen mit dem Geschäft der letzten 2 Tage. Also schnell die triefenden Klamotten runter und dann die große Überraschung. Denn Er ist augenscheinlich gar kein Er, sondern eine Sie. Wir lachen herzlich und vergessen für einen Augenblick das Schicksal des Mädchens.

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  • Das "Müllbaby"
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  • Erste Kontaktaufnahme durch Sr. Alphonsa

    Nachdem die behördlichen Formalitäten geklärt sind, geht es sofort zurück zur Station der Schwestern, wo die Kleine erst einmal widerwillig in den Genuss eines „Eimervollbades“ und eines trockenen Kleidchens kommt. Danach das Wichtigste: Etwas zu Essen. Die Kleine ist zuerst unruhig und man spürt, dass sie nach einer, ihrer Bezugsperson sucht. Wir sind uns alle sicher sie spürt etwas ganz Besonderes, menschliche Wärme und Geborgenheit. Es ist ihr durch die Marys aufs Neue geschenkt worden.

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  • „…eine Zukunft in familiärer Geborgenheit…“

    Die erste Mahlzeit

    Dieses Erlebnis hat uns sehr nachhaltig beeindruckt, weil dieses Mädchen eine Zukunft in familiärer Geborgenheit und Liebe haben wird. In diesem Augenblick hatten wir das Gefühl den Spirit Mutter Anna Hubertas und das Charisma der Marys ganz deutlich zu spüren.
    Die Reise war ein wunderschönes und beeindruckendes Erlebnis, die herzliche und freundschaftliche Aufnahme bei den Schwestern ist unbeschreiblich. Die Entwicklung in Nakuru ist wirklich großartig und die vorsichtige Skepsis, die wir beim ersten Besuch hatten, ist der Anerkennung gewichen.

     

     

     

     

     

    Der Abschied von den Schwestern fiel allen sehr schwer, zumal sie immer noch im Gefühl der Angst und Bedrohung leben, aber  Abschied  nehmen heißt auch sich unter Gottes Segen und Fürsorge zu stellen und ganz bestimmt ein „Auf Wiedersehen“.

     

    Reisebericht Indien 2011

    Als wir den klimatisierten Eisenbahnwaggon verließen, wurde uns endgültig bewusst: Es war heiß, sehr heiß. Und im Nachhinein konnten wir uns nicht einigen, ob das Thermometer 43°C oder 45°C anzeigte. Wir, das waren Inge Spratte-Marzouk, Vera Hartke, Dr. Bernd Pulsfort, Christian Hartmann und Christof Wohkittel. Und das klimatisierte Eisenbahnabteil stand auf dem Bahnhof von Ahmedabad, einer Drei-Millionen-Einwohner-Stadt 400 km nördlich von Mumbai. Aufgebrochen war unsere kleine Gruppe aus Lingen, Osnabrück und Berlin schon ein paar Tage vorher. Wir trafen uns, aus Berlin und Düsseldorf kommend, auf dem Airport in Istanbul und flogen mit unserem Riesengepäck gemeinsam weiter nach Mumbai. Es gab, wie immer, einen herzlichen Empfang auf dem Airport und wir nahmen früh morgens das Gästehaus der Marys in Beschlag. Zurück zum Thermometer: Es waren nur 29°C, als wir morgens um 5:00 Uhr endlich ins Bett fielen. Es war kurz vor Ostern und alle Marys bereiteten sich auf diesen Höhepunkt vor. In den ersten Tagen waren wir viel rund um Mumbai unterwegs. Wir besuchten die Station Velholi, überbrachten Spenden in Assangaon und übernachteten bei Sr. Indumati in Thane.

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  • Kinder in Assangaon

     

     

     

     

    Immer wieder trafen wir auf dankbare Kinder und Erwachsene. In jeder Station konnten wir uns vom Einsatz der Marys neu überzeugen und begeistern lassen. Überall wurden wir mit einer Herzlichkeit empfangen, die uns sprachlos machte. Nur der Blick auf das Thermometer trieb uns die Schweißperlen auf die Stirn: 35°C waren schon fast eine Abkühlung. Früh morgens fuhren wir dann in der Karwoche mit der indischen Eisenbahn in das besagte Ahmedabad. Wir waren die ersten Gäste, die diese Station der Marys besuchten.

    Die Vertreter der Bartholomäus-Gesellschaft gemeinsam mit den Marys und einigen Frauen vor dem Haus in Ahmedabad

     

     

     

     

    Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt hier auf der Ausbildung von Frauen und der Betreuung von Mädchen. Dazu besitzen die Marys u. a. mehrere Nähmaschinen, an der  Frauen jeglicher Glaubensrichtung unter professioneller Begleitung geschult werden. Der Bedarf ist so groß, dass die Schwestern gerne noch eine größere Räumlichkeit anmieten und zusätzliche Nähmaschinen anschaffen würden. Wir versprachen den Schwestern, uns für eine zusätzliche Unterstützung durch unsere Gesellschaft einzusetzen. Für die vielen, häufig unterdrückten Frauen sind die Marys vor Ort eine große Unterstützung. Wir blieben über Nacht in der heißen Stadt und hatten noch Zeit einige Attraktionen zu besichtigen. Der Nachtzug brachte uns zurück nach Andheri und wir kamen pünktlich zu den Karfreitagsfeierlichkeiten an. Am Ostersonntag waren wir zu einem weiteren Höhepunkt geladen. Das neue Gebäude der Station Gangangaon sollte von Sr. Leela unter Anwesenheit von uns als Vertreter der Bartholomäus-Gesellschaft feierlich eröffnet werden. So hatte Inge Spratte-Marzouk gemeinsam mit der Oberin die Ehre, in einem feierlichen Akt das Band zu durchschneiden.

    Inge Spratte-Marzouk eröffnet gemeinsam mit Sister Leela das neue Gebäude.

     

     

     

     

    Die Bewohner der Region hatten für die Einweihungszeremonie kilometerlange Fußmärsche zurückgelegt und drückten damit ihre Dankbarkeit für dieses schöne neue Schulgebäude aus. Der Ostermontag, der in Indien kein Feiertag ist, endete mit der Feier eines Ordensjubiläums. Sechs Sisters hatten ihr 25-jähriges Jubiläum und feierten dieses in Andheri mit allen Anwesenden. Beeindruckend waren für uns die Tänze und die Theateraufführungen – nicht für die Jubilanten, sondern von ihnen extra einstudiert. Mit diesen tollen Eindrücken bestiegen wir dann nachts den Flieger gen Heimat. „God bless you, sisters.“

     

    Reisebericht Kenia und Äthiopen 2010

    Liebe Freunde,

    unsere Reise nach Kenia und Äthiopien zu den Marys liegt nun schon wieder über vierzehn Tage zurück. Noch sind die Eindrücke frisch, und ich möchte euch kurz über die wichtigsten Eindrücke berichten.
    Zunächst Kenia: In Nakuru leiten die Schwestern Asha, Benigna und Ujwala eine Station am Stadtrand, zu der ein Waisenhaus mit ca. 30 Jungen gehört. Geplant sind der Aufbau eines Hospitals/Dispensary sowie die Gründung von Frauengruppen und Gebets-/Solidaritätsgruppen im Umland. Noch steckt alles in den Anfängen. Unsere Eindrücke waren ambivalent, d. h. abwarten und schauen…
    Ein Höhepunkt in Äthiopien war natürlich die Einweihung des neuen Hauses in Addis Abeba am 17. Juli 2010 durch den Nuntius Erzbischof George Panikulam, den Erzbischof von Addis Abeba, den Weihbischof von Addis Abeba, den Bischof von Awassa, die Schwestern Leela und Indumati sowie zahlreiche Honoratioren. Es ist ein schönes, geräumiges und gut konzipiertes Haus geworden, nicht zuletzt dank der Hilfe von Professor Karl-Heinz Bosman, der mit Rat und Tat den Marys zur Seite gestanden hat.
    Die laufenden Arbeiten und Projekte (Schulen, Krankenhäuser, Elephantiasis-, Kropf-, landwirtschaftliche Programme usw.) laufen gut, auch wenn es manchmal finanzielle Engpässe gibt, da einige Spenderorganisationen sich aufgrund von Geldmangel plötzlich zurückgezogen haben. Hier mussten wir sofort mit 40.000 Euro einspringen, um „den Betrieb am laufen zu halten“.
    Neue große Herausforderung an die Marys ist die Hungersnot, die aufgrund mehrerer Dürrejahre in Ostäthiopien ca. sechs Millionen Menschen betrifft. Ca. 25 km von Sakko entfernt ist vor drei Monaten ein wildes Flüchtlingscamp mit ca. 6.000 Menschen entstanden, die von der Regierung und den Marys notdürftig betreut werden. Näheres könnt ihr dem beiliegenden Bericht „Lagaloumi darf nicht sterben“ entnehmen.
    Die Begegnung mit diesen Hungermigranten war sehr erschütternd, und wir sind uns mit Sr. Leela und den äthiopischen Marys darin einig, dass hier dringend etwas geschehen muss, um ein Massensterben zu verhindern. Als erstes brauchen ca. 770 Familien ein Dach über dem Kopf. Ein traditionell gebautes äthiopisches Haus (Hütte) kostet rund 250 Euro, also 200.000 Euro für das Gesamtprojekt. Ich hoffe, eure Gruppen können hier etwas beisteuern, ihr könntet z. B. für Hausbau-Patenschaften werben (Kenwort: Hungerflüchtlinge Lagaloumi – Hausbau). Fotos und aktuelle Texte werden bald auf unserer Website zu finden sein.
    Ich hoffe, euch allen geht es gut! Die Marys aus Kenia und Äthiopien senden euch allen ihre herzlichen Grüße.

    Seid herzlich gegrüßt
    Euer

    Ernst

    Weitere Informationen zum Lagaloumi finden Sie in unter Projekte:

    Lagaloumi

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